Jev ist unser Schulhund

Und Schulhunde gehen natürlich auch zum Unterricht... (BZ vom 05.03.2020)


 Schulhund an der Julia-Koppers-Gesamtschule Zeitungsartikel 2020 03 06

Tierisch guter Unterricht

Pic p782657hSchulhund Jev apportiert im Unterricht kleine Beutel, darin sind Leckerchen für ihn und Informationen für die Schüler. Foto: Kowalczik

Von Gabi Kowalczik

Es geht um Schelm-Geschichten an diesem Vormittag im Unterricht der Klasse 5.2 der Julia-Koppers-Gesamtschule. Gerade befassen sich die Mädchen und Jungen mit Till Eulenspiegel – dabei scheint der größte Schelm ein ganz anderer zu sein. Schulhund Jev nämlich, der beim Erledigen seiner Aufgaben immer wieder kleine Ehrenrunden dreht und sich von den Schülern Streicheleinheiten abholt. „Ja, Jev ist wirklich ein Schelm“, sagt Dorothea Koschmieder, die nicht nur sein Frauchen, sondern auch Lehrerin an der Gesamtschule ist. „Er macht gern seine Dönekes.“ Aber der Vierbeiner bringt auch ganz viel Abwechslung, Empathie, Ruhe und Konzentration in den Unterricht.

Genau das war auch die Intention bei der Überlegung, einen Schulhund anzuschaffen, erklärt Schulleiter Axel Heinz. Die Idee hatte Dorothea Koschmieder, die ihren Labrador auf Wunsch einiger Schüler zunächst mal probeweise mit in den Unterricht brachte. „Das passte von Anfang an für alle Seiten total gut“, erinnert sich die Lehrerin. Mit Unterstützung der Schule ließ sie sich und Jev daraufhin in Steinfurt zum „Therapie- und Pädagogikbegleithundeteam“ ausbilden. Jev sei ein ruhiges und besonders ausgeglichenes Tier, erklärt Koschmieder, wieso ihr Hund als Schulhund so gut geeignet sei. „Wichtig ist außerdem, dass er sich gut abrufen lässt.“

Das beweist Jev im Unterricht immer wieder. Dann etwa, wenn Schüler ihn kleine Beutel apportieren lassen, in denen sich nicht nur Leckerchen für den Hund, sondern auch Informationen über Till Eulenspiegel verstecken. Oder dann, wenn die Mädchen und Jungen den Hund zu sich rufen, um ihm kleine Briefe vorzulesen, die sie „ihrem“ Jev geschrieben haben. „Ich fühle mich wohler, seit du da bist“, heißt es etwa in Nicos Brief. „Wenn man dich ruft, bist du da“, hat Neele geschrieben.

Jev ist nicht nur in der fünften Klasse regelmäßig im Einsatz, sondern auch in Gruppen von Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen. „Da finden die Kinder über den Hund zur deutschen Sprache“, sagt Axel Heinz. „Das ist doch toll.“

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Text und Bild: Gabi Kowalczik, Borkener Zeitung

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