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26. Juni 2026

Unsere Abiturientia verlassen die Schule, nicht aber die JKG-Familie

JKG Abiturientia 2026

Mit einem feierlichen religiösen Impuls und der anschließenden Zeugnisvergabe verabschiedete die Julia-Koppers-Gesamtschule ihre Abiturientia des Jahrgangs 2026. Erfreut blickte die Schulgemeinschaft gemeinsam auf viele Jahre des Lernens, Wachsens und Zusammenhalts zurück. In seiner Ansprache würdigte der Schulleiter die Leistungen, die Ausdauer und die persönliche Entwicklung der Abiturientinnen und Abiturienten. Dabei wurde deutlich: Das Abitur markiert nicht nur das Ende der Schulzeit, sondern auch den Beginn neuer Wege. Die JKG gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen herzlich und wünscht ihnen für ihre Zukunft Mut, Zuversicht und das Vertrauen in die eigenen Stärken.

Ansprache des Schulleiters zur feierlichen Abiturzeugnisvergabe am 26.06.2026

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, liebe Eltern und Familien, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dirk Kuhmann aus Raesfeld, die Bürgermeisterin aus Borken, Frau Schulze-Hessing, ist leider terminlich verhindert, lässt an dieser Stelle Grüße ausrichten und wird uns gleich in einer Videobotschaft begegnen. Meine Damen und Herren, ich heiße Sie alle ganz herzlich willkommen zu unserer heutigen feierlichen Abiturzeugnisvergabe.

Mein besonderer Dank gilt zunächst unserem Religionslehrer Magnus Osterkamp für seinen inspirierenden spirituellen Impuls zu Beginn dieser Feier. Gerade an einem Tag wie heute tut es gut, kurz innezuhalten und sich bewusst zu machen, was hinter uns liegt und was vor uns liegt.

Als ich in den vergangenen Tagen eure Abizeitung gelesen habe, bin ich an einer Stelle hängen geblieben. Die Frage lautete: „Was würde mein jüngeres Ich über mein jetziges Ich denken?“ Eure Antworten haben mich beeindruckt. Viele von euch haben geschrieben, dass ihr stolz auf euch seid: stolz darauf, Verantwortung übernommen zu haben, stolz darauf, euren Träumen zu folgen, stolz darauf, euch durchs Leben gekämpft und es bis hierhin geschafft zu haben. Manche Antworten waren überrascht, manche sehr emotional, manche humorvoll. Da war die Erkenntnis: „Ich habe es so weit gebracht.“ Da war der Gedanke: „Hätte niemals gedacht, dass ich einmal hier stehe – kurz vor dem Abitur.“ Da war der schöne Satz: „Du hast lange an dir gezweifelt, aber nie aufgehört weiterzumachen – und jetzt stehst du hier mit Abi!“ Andere haben sich selbst Mut zugesprochen: „Mach weiter und zieh weiter durch.“ Und manche brachten es ganz schlicht auf den Punkt: „Passt.“

Diese Antworten erzählen Geschichten. Sie erzählen von Menschen, die gewachsen sind. Von Menschen, die Rückschläge erlebt haben und trotzdem weitergegangen sind. Von Menschen, die an sich gezweifelt haben und heute feststellen dürfen: Es hat sich gelohnt. Vor allem aber erzählen sie von etwas, das man heute ruhig einmal aussprechen darf: Ihr seid stolz auf euch. Und das dürft ihr auch sein.

Denn das Abitur fällt nicht vom Himmel. Es entsteht nicht durch Zufall und schon gar nicht im Vorbeigehen. Und ganz sicher nicht allein durch das Motto eurer Abizeitung: „Mehr Fehlstunden als Punkte.“ Ob das statistisch tatsächlich stimmt, lassen wir heute einmal offen. Fest steht: Ihr habt es geschafft. You made it.

Mit Ausdauer, mit Einsatz, mit Ehrgeiz, manchmal mit Schweiß, manchmal mit Frust, manchmal vielleicht auch mit der Frage: „Warum tue ich mir das eigentlich an?“ Und trotzdem seid ihr drangeblieben. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Die Leistungen dieses Jahrgangs sind hervorragend, und ihr werdet das gleich bei der Zeugnisvergabe eindrucksvoll erleben.

An dieser Stelle möchte ich etwas betonen, das mir wichtig ist: Das Abitur an einer Gesamtschule ist kein Abitur zweiter Klasse und schon gar kein „Abitur light“, wie manche Kritiker gelegentlich behaupten. Ihr habt dieselben zentralen Prüfungen geschrieben wie alle anderen Abiturientinnen und Abiturienten in Nordrhein-Westfalen. Dieselben Anforderungen. Dieselben Standards. Dieselben Erwartungen. Und ihr habt gezeigt, dass ihr ihnen gewachsen seid. Darauf könnt ihr stolz sein.

Liebe Eltern, auch Ihnen gilt heute mein besonderer Dank. Sie haben Ihre Kinder über viele Jahre begleitet, motiviert, unterstützt, getröstet, ermutigt und manchmal vermutlich auch daran erinnert, dass Klausuren nicht von allein gelernt werden. Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Schule und dafür, dass Sie uns Ihre Kinder anvertraut haben.

Mein Dank gilt ebenso unserem Schulträger, der Stadt Borken und der Gemeinde Raesfeld, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders danken möchte ich jedoch den Menschen, die diesen Jahrgang über viele Jahre unmittelbar begleitet haben: eurem Oberstufenleiter Herrn Letailleur und euren Stufenleiterinnen Frau Berger und Frau Breitbarth. Mit großer Professionalität, viel Herzblut, einer bemerkenswerten Gelassenheit und der richtigen Portion Humor haben sie euch durch Höhen und Tiefen der Oberstufe begleitet. Dafür gebührt ihnen ein ganz besonderer Applaus.

Mein Dank gilt selbstverständlich auch allen Lehrerinnen und Lehrern, die euch unterrichtet, begleitet, beraten, unterstützt und mit euch mitgefiebert haben. Ihr habt es großartig gemacht.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, wenn ihr heute auf die vergangenen neun Jahre zurückblickt, dann denkt ihr wahrscheinlich nicht zuerst an Pauken für Klausuren und Projektarbeiten. Ihr denkt an Menschen, an Freundschaften, an gemeinsame Erlebnisse, an unzählige Momente, die euch geprägt haben.

Auch diese Momente und Erlebnisse habt ihr selbst in eurer Abizeitung beschrieben, unter der Rubrik „Das werde ich vermissen“. Ihr habt geschrieben, dass ihr das Zusammensein mit Freunden vermissen werdet, das gemeinsame Lachen, die lustigsten Momente mit den besten Menschen, die Pausen, Freistunden, Witze mit Lehrerinnen und Lehrern, Gespräche, Gossip und die gemeinsame Zeit, die ihr miteinander verbracht habt.

Genau das ist Schule: nicht nur Unterricht, nicht nur Noten, sondern Gemeinschaft. Das alles werdet ihr vermissen. Und das ist ein gutes Zeichen. Denn nur das vermisst man, was einem etwas bedeutet hat.

Heute endet ein wichtiger Abschnitt eures Lebens, aber gleichzeitig beginnt etwas Neues. Mit dem Abiturzeugnis in der Hand stehen euch so viele Wege offen wie nie zuvor: Studium, Ausbildung, Freiwilligendienst, Auslandsjahr oder vielleicht erst einmal die Suche nach dem richtigen Weg. Und wisst ihr was? Das ist völlig in Ordnung. Niemand erwartet, dass ihr heute schon alle Antworten habt.

Aber habt den Mut, Fragen zu stellen, habt den Mut, Fehler zu machen, habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen. Damit komme ich abschließend zu euren Lebensmottos. Denn schöner könnte ich meine Wünsche für euch kaum formulieren, als ihr es selbst getan habt.

Ihr habt euch vorgenommen, neugierig zu bleiben, von euch selbst überzeugt zu sein und euren eigenen Weg zu gehen. Ihr habt geschrieben: einfach machen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Carpe Diem. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Einer eurer Sätze lautet: „Wenn es alle geschafft haben, dann schaffst du es auch. Wenn es keiner schafft, dann wirst du die Erste sein.“ Und auch das schöne plattdeutsche Vertrauen „’t kommt goet“ passt wunderbar zu diesem Tag.

Mein persönlicher Favorit bleibt allerdings: Einmal im Leben Herrn Heinz im Badminton schlagen. Auch wenn es dafür künftig keine 15 Punkte mehr gibt: Ich warte immer noch. Meldet euch bei mir.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, bleibt neugierig, bleibt mutig, bleibt freundlich, bleibt hilfsbereit, bleibt selbstbewusst. Und vor allem: Bleibt euch selbst treu.

Wenn ich euch heute anschaue, dann sehe ich keine Schülerinnen und Schüler mehr. Ich sehe junge Erwachsene, die ihren Weg gehen werden. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die etwas bewegen können. Menschen, auf die man stolz sein kann.

Heute seid ihr Riesen, richtig stabil, einfach starke Persönlichkeiten. Ihr seid diejenigen, die es geschafft haben. Bleibt so, wie ihr seid: wahnsinnig positiv, freundlich, höflich, hilfsbereit, zielstrebig und selbstbewusst.

Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur.